weiden-coocoonBasketballer setzen sich gegen MünchenBasket 76:74 durch vor 600 Zuschauern in der Mehrzweckhalle

Weiden(pta). Die Coocoon Baskets Weiden haben es am Samstag abend wieder einmal spannend gemacht. Mit 76:74 gewannen die Regionalligabasketballer vor 600 Zuschauern in der Weidener Mehrzweckhalle gegen MünchenBasket und bleiben damit in der 1.Regionalliga Südost auf einem Spitzenplatz.

„Ich könnte auf so ein Herzschlagfinale durchaus auch mal verzichten" sagte ein erleichterter Cheftrainer Kevin Decker nach der Partie, in der seine Mannschaft zum zweiten Mal binnen einer Woche äußerst knapp die Oberhand behielt. In einer phasenweise hochklassigen, vor allem aber packenden Begegnung erwiesen sich die Coocoons als der glückliche Sieger. „Letzte Saison haben wir die knappen Dinger alle verloren, das ist der Unterschied" wies Guard Marco Miklos auf eine neue Tugend der Coocoons hin. Miklos, der mit 21 Zählern zum Topscorer seiner Mannschaft avancierte, trug wesentlich zum 14. Saisonerfolg bei.

Dabei starteten die Coocoons katastrophal in die Begegnung. Nach fünfeinhalb Minuten erzielte die Mannschaft von Trainer Kevin Decker erst die ersten Zähler und lag 0:15 zurück. Als wenn die Spieler noch nicht wach gewesen wären, ließen sie Münchens Spielzüge zu und gestatteten den Oberbayern mehrfach leichte Körbe. Decker, der gleich zweifach mit einer Auszeit zu korrigieren versuchte, versuchte seine Mannschaft durch Umstellung auf aggressive Verteidigung wachzurütteln. Dabei war der Trainer noch aktiver als seine Mannschaft, mußte deshalb – zu Recht – von den Schiedsrichtern mit einem technischen Foul belegt werden.

Zwar fanden die Coocoons gegen Ende des ersten Viertels langsam in die Partie und kamen vor allem über ihren US-Amerikaner Justin Smith zu Punkten. Doch Fabian Kirchhoff, der an diesem Tag für die Coocoons nicht zu stoppen war und am Ende mit 26 Zählern Topscorer der Partie war, hielt Weiden fast im Alleingang auf Distanz.

So schafften es die Coocoons erst zum Ende der ersten Halbzeit erstmals den Rückstand auf unter zehn Punkte zu verkürzen, mußten aber mit 35:44 in die Halbzeitpause gehen. „Wenn du dem Gegner einen 15:0 Start erlaubst, musst du dich nicht wundern, dass du das ganze Spiel einem Rückstand hinterherläufst" monierte Kapitän Manuel Langhammer. Der Kapitän, der wie fast die gesamte Mannschaft glücklos bei seinen Würfen blieb – 0 aus 4 von der Dreipunktlinie, zeigte dann aber vor allem in der zweiten Halbzeit, den Weg zum Sieg. Mit sehr guter Defensivarbeit gegen die sehr starken Florian Börstler ( 19 Punkte) und Maximilian Härtel kämpften sich die Coocoons Punkt um Punkt heran und konnten Mitte des dritten Viertels beim Stand von 54:52 erstmals die Führung übernehmen. Marco Miklos erhöhte mit einem Dreipunktwurf auf 57:52 und die Partie war gedreht.

Allerdings versäumten es die Coocoons in der Folgezeit durch zahlreiche Nachlässigkeiten die sich ihnen in der Offensive bietenden Möglichkeiten konsequent zu nutzen. „Wir haben mehrfach so gut verteidigt, dass München innerhalb 24 Sekunden nicht auf den Korb werfen konnte, aber vorne leichtfertig die Bälle weggeworfen" kritisierte der Trainer. So blieben die Gäste auf Tuchfühlung und die Partie spitzte sich in den letzten Minuten zu.

Als dann 50 Sekunden vor Schluß Darron McDuffie mit einem sehenswerten Korbleger auf 76:73 erhöhte und Münchens Scholten beim Gegenangriff im Seitenaus stand, schien Weiden schon der Sieger zu sein. Doch zum Entsetzen der Zuschauer erkannte der Referee bei dieser Aktion auf technisches Foul gegen Pavel Novak – sein fünftes – so dass München mit zwei Freiwürfen und Ballbesitz noch die Chance zum Ausgleich hatte. Münchens Börstler traf jedoch nur einmal und auch der folgende Ballbesitz wurde von den Coocoons gestoppt, so dass die Gastgeber mit 76:74 glücklicher, aber verdienter Sieger waren.

„Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat kämpferisch voll überzeugt und alles gegeben. Kompliment auch an München, die obwohl ersatzgeschwächt uns alles abverlangt haben" zog Kevin Decker ein positives Fazit.

Coocoons: 
Buckenleib, Gaschimov , Miklos (21), Novak (20), Schildbach, Schulz (2), Langhammer (2), Ringer, Smith (18), Rolinek (4), McDuffie (9).

München:
Börstler (19), Neukamm, Pölt (3), Kirchhoff (26), Frimpong, Härtel(8), Atoberhan (6), Scholtes (12), La Roche Nieto.