Am vergangenem Samstag erlebten die Basketballfans in Herzogenaurach eine Demonstration in Sachen Spielkunst. Denn als die Ansbach Piranhas gegen die 1. Regionalliga Basketballer der TSH spielten, trafen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die Longhorns, die zwar wollten, aber schließlich fast zu viel wollten und dadurch in eine Art Lähmung verfielen. Auf der anderen Seite die abgezockten Ansbacher, die routiniert den Ball laufen ließen und in jeder Situation genau wussten, was zu tun war. Am Ende gewannen schlussendlich die Ansbacher mit 83:64 und belegen damit weiterhin den zweiten Tabellenplatz bei einer Bilanz von 13:4 - Siegen, während die Longhorns den zwölften Platz belegen und 5:11 - Siege auf der Habenseite aufweisen.
"Die Ansbacher waren heute schlichtweg besser. Wir waren vor dem Spiel absolut guter Dinge und bis unter die Haarspitzen motiviert und haben deshalb vielleicht etwas verkrampft agiert. Bei den Ansbachern lief dafür heute alles und sie haben uns gezeigt, wie schön Basketball sein kann. Wir müssen deren Erfolg anerkennen und jetzt versuchen, unsere Lehren daraus zu ziehen. Ansbach hat heute im gesamten Spiel ungefähr nur vier schlechte Entscheidungen getroffen und das muss auch unser Ziel für die Zukunft sein." So das Trainergespann Angelos Plantzas und Peter Simon nach dem Spiel.
Und im ersten Viertel ging es auch gleich extrem schlecht los für die Aurachstädter. Nach fünf Minuten leuchtete es 2:14 von der Anzeige und die Longhorns wussten noch nicht richtig, wie ihnen geschah. Traumwandlerisch sicher traf der Tabellenzweite selbst schwierigste Würfe, während die Longhorns selbst Korbleger vergaben. Man spürte zwar deutlich den Willen der Herzogenauracher endlich den ersten Erfolg gegen Ansbach einzufahren, aber es lief einfach nichts zusammen. Nach dem ersten Viertel stand es so 23:12 für Ansbach.
Im zweiten Viertel fingen sich aber die Herzogenauracher und konnten das Spiel ausgeglichen gestalten. Der gute Benedikt Aumeier zog immer wieder geschickt zum Korb und sorgte für Zählbares und der durchsetzungstarke Thomas Simon vollstreckte unter dem Korb. Auf Ansbacher Seite punktete der wieselflinke Goran Petrovic hauptsächlich über den Schnellangriff und unter dem Korb wusste Mathias Meinel zu gefallen. Zur Halbzeit stand es 25:37 aus Herzogenauracher Sicht.
Das dritte Viertel sollte das Entscheidende werden. Ansbach spielte wie aus einem Guss und bei den Herzogenaurachern wurden einfach zu viele Fehler begangen. Peu a peu konnte so der Tabellenzweite seinen Vorsprung ausbauen und die Longhorns fanden kein Mittel den Spielfluss ihres Kontrahenten zu stören. Goran Petrovic drehte jetzt so richtig auf, verwandelte unter anderem zwei Dreier und wenn er mal nicht selbst abschloss, setzte er seine Mitspieler gekonnt ein, die dann die freien Würfe hochprozentig trafen. Nach dem dritten Viertel war das Spiel schon fast entschieden und es stand 41:58.
Zwar versuchten die Longhorns weiterhin alles, aber die Ansbacher hatten auf jede Aktion der Longhorns die richtige Antwort. Immer wenn es so aussah, dass die Herzogenauracher zurück in die Partie finden könnten, zerstörten die Ansbacher postwendend, zumeist per Dreier, das Strohfeuer. Schließlich gewann die Bezirkshauptstädter verdient und die Longhorns müssen weiterhin auf ihren ersten Sieg gegen den Lokalrivalen aus Ansbach warten.
