dresdenTitans gewinnen in Vilsbiburg mit 96:88 (25:15, 22:22, 21:26, 28:25) / Centerspieler Andreas Endig ins Krankenhaus eingeliefert

Dresden, 09.10.11 - So richtig freuen konnten sich die Dresden Titans am Samstagabend nicht. Zwar hatten die Elberiesen durch das 96:88 (47:37) in Vilsbiburg gerade ihren dritten Saisonsieg im vierten Spiel eingefahren, jedoch konnte einer der „Titanen" nicht mitfeiern. Andres Endig war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg ins Krankenhaus ins benachbarte Landshut. Der Center war nach einem Foul kurz vor Schluss bewusstlos zu Boden gegangen und musste minutenlang behandelt werden, ehe er wieder ansprechbar war.

Endigs Teamkameraden hatten indes den zweiten Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht. Dieser stand allerdings lange Zeit auf der Kippe. Gegen den couragiert spielenden Aufsteiger hatten die Titans zwar über drei Viertel zeitweise deutlich (45:31, 17. Min.) geführt, doch mit einer atemberaubenden Dreierquote (11/23, 48%) holten die Bayern im dritten Viertel angeführt von ihrem Top-Scorer Justin Helleran (25 Punkte) immer mehr auf. „Es war, als würde den Vilsbiburgern alles gelingen und bei uns nichts mehr gehen", sah Titans-Coach Thomas Krzywinski das Momentum kippen.

Doch Titans schienen aus der knappen Niederlage vom vergangenen Montag ihre Lehren gezogen zu haben. Angeführt von Georg Dölle, der mit einer MVP reifen Leistung (31 Punkte) die passende Antwort auf seinen Last-Second-Patzer in Treuchtlingen lieferte, ließen sich die Titans auch fünf Minuten vor Ultimo von einem 78:79-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Ohne den angeschlagenen und foulbelasteten Jason Boucher vertraute Krzywinski auf Robert Haas, der trotz des Drucks zu seiner besten Saisonleistung auflief. Ähnlich Robert Zobel, der mit einem wichtigen Dreier zum 87:83 (38. Min.) die Titans zurück auf die Siegerstraße warf.

Nervenstark bauten „Schorch" Dölle und Patrick Rülke mit zwei Offensivrebound und anschließenden Freiwürfen die wieder gewonnene Führung zum 93:85 (40. Min.) aus, ehe 30 Sekunden vor dem Ende die große Schrecksekunde um Andreas Endig folgte. Der 33-Jährige hatte nach einem verpassten Angriff der Gastgeber den Ball nach vorn getragen. Um die Uhr zu stoppen versuchte Baskets-Guard Johannes Kreutzer ihn mit einem taktischen Foul an die Freiwurflinie zu schicken. Dabei schien er Endig unglücklich auf dem Solarplexus getroffen zu haben, was zur Folge hatte, dass der Dresdner bewusstlos zusammenbrach.

Nach schneller Erstversorgung wurde Endig ins Krankenhaus ins nahegelegene Landshut gebracht, wo er zur Sicherheit eine Nacht unter ärztlicher Überwachung verbrachte. Noch am Samstagabend konnte Titans-Manager Gert Küchler aber Entwarnung geben: „Andreas ist wohlauf. Wir haben ihn im Krankenhaus kurz besuchen können. Da war er schon wieder voll ansprechbar. Die Übernachtung ist eine reine Vorsichtsmaßnahme."

Ob Endig am kommenden Sonntag um 16 Uhr beim nächsten Heimspiel gegen die Coocoon Baskets Weiden wieder auflaufen kann, bleibt vorerst offen. „Erst einmal muss Andreas wieder auf die Beine kommen. Danach sehen wir dann unter der Woche wie es mit ihm weitergeht", so Küchler. Wichtig wäre seine Teilnahme in jedem Fall. Denn mit den Baskets aus Weiden kommt der aktuelle Tabellenführer nach Elbflorenz. Mit einem erneuten Sieg könnte den Titans dann vielleicht sogar selbst der Platz an der Sonne winken.