ansbachMünchen Baskets siegen verdient in Ansbach

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten bekamen die rund 300 Zuschauer in der Theresiensporthalle zu sehen. Während in den ersten beiden Vierteln Ansbach das Spiel kontrollierte und zur Pause mit 43 : 34 führte, ging der zweite Durchgang klar mit 53 : 35 an die Gäste, die damit im neunten Spiel hintereinander ungeschlagen blieben.

Die Piranhas fanden etwas schneller in die Partie als die Gäste aus der Landeshauptstadt und führten nach drei Minuten mit 9 : 5. Während auf Ansbacher Seite vor allem Meinel und Petrovic mit sehenswerten Aktionen immer wieder gut zum Korb durchkamen, hielten sich die Spieler von Coach Zöllner vor allem durch sicher verwandelte Freiwürfe im Spiel. Die Defense erwies sich schon zu Beginn der Auseinandersetzung als die Achillesverse der Hausherren, häufig kam man einen Schritt zu spät in die korrekte Verteidigungsposition, was dann zu Fouls und Freiwürfen für München (16 in Hälfte eins gegenüber sechs für Ansbach) führte. Dadurch verlief der erste Abschnitt insgesamt ausgeglichen und München ging mit einem 2-Punkte-Vorsprung in das zweite Viertel (22 : 20).

In diesem änderte sich am Defense-Problem der Piranhas wenig. Dass sich Jenko und Co trotzdem langsam etwas absetzen konnten, lag in erster Linie daran, dass München nachließ und sich eine Reihe unnötiger Ballverluste leistete, die vor allem Petrovic und Michi Hertlein mit Fast-Break-Punkten bestraften. Auch die Hereinnahme von Neuzugang Chris Reinhardt in der 15. Minute brachte etwas mehr Bewegung und Aggressivität in die Verteidigung der Hausherren. Naturgemäß konnte Reinhardt, der während der Woche vom ProA-Ligisten NBC Nürnberg, wo er kaum Einsartzeiten erhielt, zu den Piranhas wechselte, in der Offensive noch keine Akzente setzen. Chris zeigte aber in seinen insgesamt 10 Minuten Einsatzzeit, dass er durchaus zu einer Verstärkung für die Ansbacher werden kann. Mit 23 : 12 gewannen die Piranhas das zweite Viertel und nahmen einen 9-Punkte-Vorsprung mit in die Kabine, ohne dabei überzeugt zu haben.

In seiner Kabinenansprache warnte Coach Jenko sein Team dann auch eindringlich davor, das Spiel schon abzuhaken. Ihm war klar, dass sich München steigern und sich kein weiteres „Pausenviertel" wie das vergangene leisten würde. Vielleicht haben einige Spieler die Warnungen des Trainers nicht ernst genommen, denn die Piranhas begannen das dritte Viertel mit zu wenig Konzentration im Angriff und vor allem mit einer ausgesprochen laschen Einstellung in der Verteidigung. Adoberhan von außen, Kirchhoff aus der Halbdistanz und vor allem der auf allen Positionen gefährliche Power-Forward Grube konnten beinahe nach Belieben in der Ansbacher Hälfte schalten und walten. Nach fünf Minuten hatten die Gäste ausgeglichen (48 : 48) und begannen sich langsam abzusetzen. Kurz vor Ende des dritten Viertels (13 : 26!) konnten die Piranhas durch Petrovic, den die Münchner in der zweiten Hälfte besser unter Kontrolle brachten, mit einem Dreier und einem Fastbreak den Lauf der Münchner noch einmal stoppen kamen auf 56 : 60 heran.

Viele Fans warteten nun auf ein Aufbäumen ihrer Mannschaft, die in dieser Saison schon einige Spiele im letzten Viertel umgebogen hatte, zuletzt gegen Zwickau und Deisenhofen. Doch sie mussten mit ansehen, wie Ansbach mit immer hektischer werdenden Aktionen an der aufmerksamen Verteidigung der Baskets scheiterte, die ihrerseits sehr selbstsicher und clever agierten. Immer wenn Ansbach nach einem Ballgewinn punktete, hatten die Gäste die passende Antwort parat. Die Piranhas kamen trotz intensiver Bemühungen nie mehr auf weniger als 7 Punkte Differenz heran und verloren am Ende verdient mit 75 : 83.

Trotz der zwei Niederlagen am Ende kann die Mannschaft um Spielertrainer Jenko mit der Vorrunde durchaus zufrieden sein. Ziel für die Saison ist ein Platz unter den ersten Fünf, nach dem Verlauf der Vorrunde sind die Piranhas also durchaus auf Kurs.

Für Ansbach trafen Petrovic (23), Meinel (21) und Hertlein (11) zweistellig,
bei München gelang dies Grube (21), Adoberhan (20), Börstler und Kirchhoff (je 14)