Im Heimspiel vergangenen Samstag gegen BODY STREET Baunach wäre für München Basket mehr drin gewesen. In dem durchwachsenen Regionalliga-Spiel gelang es keiner Mannschaft, sich nennenswert vom Gegner abzusetzen und so blieb es für die Zuschauer in der Dachauer 98 zumindest immer spannend. Das Fotofinish entschieden die Gäste für sich und konnten nach dem Endstand 62:63 die Punkte mit nach Hause nehmen.
Die vielen jüngeren Zuschauer in der Halle, aufgewachsen mit CD- und MP3-Playern, wissen nach dem Spiel jedenfalls wie es war, als noch der Schallplattenspieler eierte. Bei München Basket lief es nämlich gar nicht rund. Gelungene Aktionen und die damit gewonnen Punkte wurden immer wieder durch eigene Fehler konterkarriert. Mehrmals ließ man sich in der Defense überrumpeln, Fehlpässe und Pässe ins Leere gab es einige und am Baunacher Korb wurde gerne einmal zu oft abgespielt anstatt den direkten Weg zu suchen. Und die Trefferquote war auch nicht der Hit.
Die Gäste, die im bisherigen Saisonverlauf mit schwankenden Leistungen und überraschenden Spielausgängen von sich Reden gemacht hatten, waren am Samstag top präpariert und motiviert. Sie setzten um, was sie auf ihrer Homepage angekündigt hatte : "...müsste wohl jedem Spieler klar geworden sein, dass man mit einer entsprechenden Einstellung konstant über 40 Minuten jeden Gegner in der Liga schlagen ... kann."
In doppelter Sicht herausragender Spieler bei BODY STREET Baunach war deren Center Alexander Heide mit der Nummer 22. Er machte 22 Punkte und holte 11 Rebounds. Gegen ihn war unterm Korb kein Kraut gewachsen, allerdings fehlten bei München Basket auch beide etatmäßigen Gegenspieler, sprich Center, die ihm hätten Parolie bieten können. Immer mehr zu Führungsspielern bei München entwickeln sich Fabian Kirchhoff und Florian Börstler, die auch am Samstag wieder Verantwortung übernahmen, das Team mit ihren Punkten im Spiel hielten und gelegentlich auch den einen und anderen Teamkollegen zur Seite nahmen.
Entschieden wurde das Spiel in allerletzter Minute. Bis dahin hatte die Führung munter gewechselt, keine Mannschaft konnte der anderen um mehr als fünf Punkte enteilen. Dreißig Sekunden vor Schluss stand es 59:61. Florian Börstler von München Basket bekommt den Ball, dribbelt in der gegnerischenn Hälfte und lässt mit stoischer Ruhe die Stoppuhr runterlaufen : 7, 6, 5, 4, 3 Sekunden, Florian wirft aus der Distanz. Und trifft ! Die Halle tobt : Drei Punkte für München und die 62:61-Führung. Sieben Sekunden Spielzeit nur noch. Baunach wirft ein und bringt den Ball schnell in die Münchner Zone. Pfiff des Schiedsrichters : Foul gegen München und zwei Freiwürfe für die Gäste. Der Baunacher Spieler setzt zum ersten Wurf an. Und trifft ! Gleichstand 62:62. Zweiter Wurf. Und auch der passt und bringt Baunach in Führung. Knappe vier Sekunden noch. Erneut schnappt Florian Börstler sich den Ball und versucht von der Mittellinie einen letzten Wurf. Der geht aber knapp daneben, die Schlussirene heult los und macht den Endstand von 62:63 fix. Riesen Jubel bei den Gästen, enttäuschte Gesichter bei München Basket.
Für München Basket reißt mit dieser Niederlage eine Serie von 5 Siegen. Mit 10 Punkten und ausglichener Sieg-/Niederlagen-Bilanz liegt München Basket nach dem zehnten Spieltag auf Platz 6 der 1. Basketball-Regionalliga SüdOst. Nächstes geht es für die Mannschaft nach Sachsen zum Tabellenschlusslicht USC Leipzig 2, dem Farmteam der Uni Riesen aus der Pro B.
Die Viertelstände München Basket vs. BODY STREET Baunach : 11:14, 23:22, 43:42, 62:63.
