dresdenDresden Titans unterliegen am Tag der Deutschen Einheit in Treuchtlingen nach Verlängerung mit 99:101 (18:22, 25:25, 21:23, 25:19, 10:12)

Dresden, 04.10.11 - Bitter, bitter! Am dritten Spieltag der 1. Regionalliga Südost mussten die Dresden Titans zum „Tag der deutschen Einheit“ ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. 48 Stunden nach dem 71:69-Heimsieg über die München Baskets unterlagen die Titans beim VfL Treuchtlingen mit 99:101 (89:89) nach Verlängerung. Einmal mehr hielt das lang erwartete Derby, was es versprach. Allerdings sahen die gut 600 Zuschauer in der Treuchtlinger Senefelder Turnhalle diesmal rein sportliche Highlights auf dem Spielfeld, ohne Technische Fouls und ohne Disqualifikationen.

Nach den hitzigen Spielen im Vorjahr hatte der Verband abermals einen Technischen Kommissar angesetzt. Dass dieser kaum etwas zu tun hatte, war die beste Nachricht des Tages. Zwar kam Titans-Coach Thomas Krzywinski nach einem spielentscheidenen Pfiff fünf Sekunden vor Ende der Verlängerung um eine leichte Kritik an den Unparteiischen nicht herum, aber generell blieb alles ruhig. „Es ist schade, dass dieses tolle Spiel am Ende durch einen Pfiff und zwei Freiwürfe entschieden wurde. Aber andererseits hatten wir mit dem letzten Wurf auch noch einmal die Chance auszugleichen“, so der Dresdner Trainer.

Unbedrängt hatte Titans-Kapitän Georg Dölle im letzten Angriff der Partie den Ausgleich in seinen Händen. Doch sein Korbleger geriet zu kurz. Statt einer zweiten Verlängerung feierten die Hausherren ihren ersten Heimsieg. Und das am Ende nicht unverdient. Denn der VfL Treuchtlingen hatte über weite Strecken die Partie bestimmt. Beim Stand von 75:87 sahen sich die Titans knapp fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit deutlich in Rückstand. Angeführt von Top-Scorer Jason Boucher (34 Punkte) und Georg Dölle (28) glichen die Sachsen erst eine halbe Minute vor Ultimo zum 89:89 aus. Und nach einem verpassten Treuchtlinger Angriff hatten die Elbestädter sogar die Chance, die Partie mit dem letzten Angriff der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden.

Doch Bouchers Floater geriet zu kurz, Endig verpasste den Nachsetzer. So ging es in die Extra-Spielzeit. „Das war ein Herzschlagfinale, wie man es sich nicht besser für dieses Derby hätte wünschen können“, gestand Titans-Manager Gert Küchler im Nachhinein ein, obgleich er gern auf die Spannung verzichtet hätte. Seine Spieler schienen dem Druck zu stand zu halten. Anderthalb Minuten vor Ende brachte Geburtstagskind Patrick Rülke die Titans mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 97:94 in Front. Aber nach Körben auf beiden Seiten konterte Treuchtlingens Sebastian Ferschl per Dreier zum 99:99-Ausgleich. Noch einmal hatten die Sachsen im Anschluss den letzten Angriff. Aber Bouchers erneuter Drive zum Korb blieb erneut ohne Erfolg.

In der Hitze des Gefechts schnappten sich die Gastgeber den Rebound und liefen zum Fastbreak. Den versuchte Georg Dölle mit einem Steal zu unterbinden. Der Rest ist bekannt: Ein Pfiff, zwei verwandelte Treuchtlinger Freiwürfe und Dölles Patzer beim finalen Korbleger. Enttäuscht zeigte sich der Dresdner Kapitän über den 99:101-Endstand. „Das letzte Ding muss ich einfach machen“, so Dölle, der überrascht von der offenen Gelegenheit schien. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich so frei zum Wurf komme. Eigentlich hätte ich noch einen Dribbelschlag machen können, aber die Hektik hat mir wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Trotz der sportlichen Enttäuschung blieb am Ende wenigstens die positive Randerscheinung, dass sich beide Seiten am Tag der deutschen Einheit näher kamen. Trotz zwischenzeitlich nicht nachvollziehbarer Fangesänge ("Scheis Dynamo!" ???) waren sich die Protagonisten beim gemeinsamen Abschiedsbier einig, dass auch diese Partie in die Geschichtsbücher beider Klubs gehört. 

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal bei den Treuchtlingern für die Gastfreundschaft und den leckeren Imbiss für die Rückfahrt bedanken.