Gerade einmal rund 50 Zuschauer verirrten sich Samstagabend in die heimische Jahnhalle, um das Spiel des Tabellenelften aus Dachau gegen den Tabellendritten aus Zwickau anzuschauen. Bereuen taten diese Zuschauer ihr Kommen aber sicherlich nicht, sahen sie doch eine gut aufgelegte und gegenüber dem letzten Heimspiel stark verbessert agierende Heimmannschaft, die letztlich einen verdienten 85 zu 76 Erfolg gegen das Topteam aus Sachsen erringen konnte.
Dabei waren die Vorzeichen nicht wirklich gut. Gerade einmal sieben gesunde Spieler standen Coach Chris Kunz anfangs des Spiels zur Verfügung. Doppellizenzspieler Niko Dahmen war zunächst noch für seinen Heimatverein MTSV Schwabing in der Bayernliga aktiv, kam dann aber zur zweiten Halbzeit als achter Spieler dazu und konnte für wichtige Entlastung auf der Flügelposition sorgen.
Im Gegensatz zu den bisherigen Spielen, starteten die Oberbayern diesmal hellwach in die Partie. Zwar konnte der Zwickauer US Import Trotter die ersten Punkte der Partie erzielen, danach zog die Heimmannschaft aber kontinuierlich davon. Während sich Zwickau gegen die gut stehende Defensive der Dachauer schwer tat, konnten die Spurs immer wieder über schnelle Gegenstöße punkten. 22 zu 11 hieß es somit für die Hausherren nach dem ersten Viertel.
Das zweite Viertel war dann ausgeglichener, auch wenn Dachau stets eine Antwort gegen die in den ersten zwanzig Minuten zeitweise recht pomadig agierenden Sachsen fand. Mit einer verdienten 40 zu 27 Führung für die Hausherren ging es in die Halbzeitpause.
Am Anfang der Halbzeit auch zunächst das gleiche Bild. Dachau spielte klug und fand immer wieder die Lücken in Zwickaus Verteidigung. Nach 24 Minuten stand es so 50 zu 32 für die Amperstädter und das Spiel schien entschieden. Nun wachte aber Zwickaus Hruschka auf, der bis dahin einen rabenschwarzen Tag gegen die gute Defense der Dachauer hatte und noch ohne Punkte war. 13 Punkte in den letzten sechs Minuten des dritten Viertels alleine durch den Aufbauspieler der Sachsen und eine deutlich aggressivere Verteidigungsleistung der Gäste ließen den Vorsprung der Spurs auf magere drei Punkte nach dem dritten Viertel schmelzen (59 zu 56).
Doch anstatt die Köpfe hängen zu lassen, antworteten die Amperstädter ihrerseits mit einem 15 zu 4 Run und so stand es 74 zu 60 nach 26 Minuten. Was nun folgte erinnerte etwas an das Spiel der Dachauer in Leipzig vor einer Woche. Drei schnelle Dreier durch Hruschka und Trotter, sowie Punkte durch Schunk brachten Zwickau wieder auf fünf Punkte heran. Doch diesmal zeigten die Spurs, insbesondere in Persona vom sehr gut aufgelegten Johannes Kriegereit, keine Nerven von der Freiwurflinie und verwandelten 5 von 6 Freiwürfen in den letzten 1 ½ Minuten. Dazu noch zwei wichtige Körbe durch Kapitän Marco Hillebrecht und weiterhin gute Verteidigung führten letztlich zum verdienten 85 zu 76 Erfolg der Hausherren.
„Dies war ein wichtiger Sieg für unsere Mannschaft. Über 30 Minuten haben wir eine sehr konzentrierte Leistung abgerufen. Lediglich in Teilen des dritten und vierten Viertels agierten wir etwas kopflos und ließen die Zwickauer zurück ins Spiel. Dennoch war dies sicherlich das bisher beste Saisonspiel meiner Mannschaft", so Coach Chris Kunz nach dem Spiel, „besonders freut es mich, dass wir diesmal in der Offense sehr ausgeglichen gepunktet haben und sowohl gegen Zonen- als auch gegen Mannverteidigung zum Abschluss kamen. Dies hat es der Zwickauer Verteidigung sehr schwer gemacht."
Punkte Dachau: Hillebrecht (20); Kriegereit (20); Jones (19 + 13 Rebounds); Himmel (16); Haberland (10); Freund; Bondzio; Dahmen
Punkte Zwickau: Trotter (22); Hruschka (16); Schunk (12); Thoß (12); Grübler (9); Krautwald (5); Heinrichs
