tsv noerdlingenAus der erhofften Revanche wurde es nichts. Auch im Rückspiel in Nördlingen waren die Damen des BC Erfurt die deutlich bessere Mannschaft und gewann am Samstagnachmittag in der Hermann-Keßler-Halle auch der Höhe nach völlig verdient mit 65:49. Zur Halbzeit stand es noch 30:29 für die Gäste.

Und offen war das Spiel auch noch in der 30. Minute bei einem 43:45-Rückstand der TSV Damen. Doch das Dilemma begann schon viel früher. Mit gefühlt 100 Ballverlusten kann man letztlich kein Spiel gewinnen. Und die Nördlinger Damen hatten von Anbeginn an Ballverluste in Serie. Dies vor allem, weil die Erfurter Damen flinke Hände und Beine hatten. Immer wieder machten sie den Passweg der Nördlinger zu und fischten sich den Ball, um dann mit schnellem Umschalten in den Angriff Druck auf den TSV-Korb zu machen. Gegenüber dem Spiel der Gäste wirkte das Angriffsspiel der Nördlinger zu behäbig, zu durchsichtig und nicht konsequent genug. Dass sie das Spiel trotzdem bis ins letzte Viertel offen halten konnten, war einmal einer Reihe von Distanzwürfen, insbesondere von Meyer und Mussgnug, zum anderen einer guten Freiwurfquote zuzuschreiben. Und Freiwürfe hatten die Einheimsichen reichlich, weil die Gäste nicht nur flink sondern auch sehr aggressiv waren.

Nördlingen versuchte nach dem Anpfiff, mit einer Box-Verteidigung die stärkste Erfurter Spielerin, Dana Penno aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang dank aufmerksamer Manndeckung von Kathie Veh zunächst aus gut. Warum die Nördlinger im weiteren Verlauf dann mit Mann- oder Zonenverteidigung agierten, blieb unklar. Penno entwischte dann immer wieder und dank ihrer hohen Korbgefährlichkeit kam sie auf 19 Punkte. Dies allein wäre jedoch kein Beinbruch gewesen, wenn nicht ein Großteil der Erfurter Mannschaft in der Lage gewesen wäre, auch sicher zu punkten. Insbesondere die Centerspielerinnen Wenzel (13) und Piszczan (8) sowie Flügel Schäffner (11) machten erhebliche Probleme.

Auf der Gegenseite lahmte der Nördlinger Angriff deutlich. Einige Spielerinnen kamen nur langsam, andere gar nicht in Fahrt. Auch die sonst so zuverlässige Carina Högg versiebte sichere Chancen, Kucera hatte nur wenige schöne Aktionen. Und bei Kathie Veh und Amelie Wittmann war im Angriff tote Hose.

Das erste Viertel endete mit 15:13, wobei sich beide Mannschaften neutralisierten. Im zweiten Viertel gelang den Gästen dann ab er 17. Minute die erste wesentliche Führung (21:26), die jedoch durch Dreier von Meyer bis zur Halbzeit wieder auf 29:30 verkürzt wurde.

Auch im dritten Viertel blieb das Spiel offen, wobei sich die Nördlinger durch ihre vielen Ballverluste das Leben selbst schwer machten. Beim 43:45 in der 30. Minute war die Partie immer noch offen. Dann allerdings verloren die TSV-Damen im letzten Spielabschnitt völlig die Kontrolle. Die Einheimischen konnten die gekonnten Kombinationen der Gäste in der Deckung nicht mehr stoppen und kamen in der Offensive völlig von der Rolle. Erst war es Penno mit Solos, dann der Rest der Gäste, die sicher punktete. Ab der 34. Minute beim 45:54 war das Spiel dann schon gekippt, der Rest blieb für die Gäste Formsache. Die Nördlinger hatten keine Mittel und auch keine Moral mehr.

Für Nödlingen spielten:Berger 3 (1 Dreier), Högg 17, Kucera 11, Meyer 13 (3), Mussgnug 2, Veh 2, Wittmann 1.