tsv noerdlingenUnter denkbar ungünstigen Voraussetzungen mussten die Basketballdamen des TSV Nördlingen am Sonntagnachmittag in der Mehrzweckhalle Gerhart-Hauptmann-Straße ihr Regionalligaspiel gegen die zweite Mannschaft der TG Würzburg Wildcats bestreiten. Nachdem schon feststand, dass mit den Spielerinnen der weiblichen U17, die gleichzeitig in München ein WNBL-Spiel bestritt, wichtige Wechselspielerinnen fehlen, fiel von der Stammmannschaft auch noch die erkrankte Teresa Kucera aus. Fünf „echte" Regionalligaspielerinnen und drei Aushilfen aus den zweiten Damen waren dann auch zu wenig, gegen die mit zehn Spielerinnen sehr ausgeglichen besetzten Gäste zu bestehen.

Trotzdem hielten sich die Nördlinger nicht schlecht. Die fünf Aufrechten, Carina Högg, Vroni Meyer, Fanny Szittya, Kathy Veh und Amelie Wittmann sowie ihre Helferinnen Sarina Berger, Laura Burkhard und Aline Grempels kämpften bis zum Umfallen und gaben bis zum Ende nicht auf. Dass am Ende den Hauptakteurinnen die Luft ausging, war verständlich, mussten sie doch fast durchspielen. Dazu kam allerdings auch, dass sie einerseits einen mit viel Erfahrung gespickten Gegner hatten, zum anderen leider nicht konstant agierten. Während Meyer und Veh in der ersten Hälfte werferisch völlig daneben lagen und erst im zweiten Durchgang die gewohnte Leistung brachten, war es bei Carina Högg genau umgekehrt. Nach starken zwanzig Minuten mit 11 Punkten und 13 Rebounds, lief in der zweiten Hälfte überhaupt nichts mehr. Und auch Amelie Wittmann und Fanny Szittya hatten in der ersten Hälfte das meiste Pulver verschossen.

Dass bei Würzburg viel Know-how auf dem Feld und auf der Bank war, zeigen zwei Namen: auf dem Feld stand mit Janet Fowler-Michel eine Bundesligaikone, auf der Bank mit Brigitte Feldlin-Hansel eine überaus erfahrene Trainerin. Sie schafften es gemeinsam, gegen die deutlich jüngeren Nördlinger Damen die taktischen Mittel zum Erfolg zu finden. Carina Högg wurde nach ihrem guten Auftritt am Anfang wirkungsvoll unter dem gegnerischen Korb gestoppt, Fanny Szittya als Dreh- und Angelpunkt des TSV-Spieles mit Einzelmanndeckung stark in der Wirkung eingeschränkt.

Es war ein durchaus spannendes Spiel, bei dem die Gäste trotz ihrer zahlenmäßig überlegenen Mannschaft nie richtig dominierten. Die Nördlinger starteten gut und führten nach zehn Minuten dank vieler guter Aktionen von Högg und Szittya 16:15. Leider fanden schon hier und im folgendem Viertel die Distanzwürfe der Nördlinger nur selten das Ziel. Die Gegnerinnen wiederum suchten und fanden ihr Heil im Penetrieren zum TSV-Korb und trafen hier oder zogen Freiwürfe. Als die Nördlinger einige Korblegerchancen ausließen, bekamen die Gäste ab der 16. Minute Oberwasser und führten kurzzeitig mit bis zu sieben Punkten. Szittya, Wittmann und die sicher werfende Aline Grempels schafften bis zur 19. Minute dann jedoch wieder den 29:29-Ausgleich. Zur Halbzeit führten die Gäste dann knapp mit 35:33.

Zwei Dreier von Meyer, die jetzt immer sicherer warf, bedeutete wieder eine knappe Nördlinger Führung (24. Minute 41:38). Die Freude währte jedoch nicht lange. Insbesondere die wirkungsvollste Würzburgerin, Andrea Kleinhenz und auch die unverwüstliche Fowler-Michel konterten und schufen bis zur 27. Minute eine 50:45-Führung für ihr Team. Nach dreißig Minuten stand es dann 52:48 für die Gäste. Und diese Führung ließen sie sich dann auch nicht mehr nehmen. Da den Nördlingern die Luft ausging, bekamen die Gäste immer mehr Dominanz unter den Körben. Und da beim TSV außer Meyer niemand mehr in der Lage war, zu punkten, schaukelten die Würzburger ihren Sieg heim. Die Einheimischen hatten sich nach Kräften gut geschlagen.

Für Nördlingen spielten: Berger, Burkhardt, Grempels 10, Högg 12 (15 Rebounds), Meyer 21 (7 Dreier), Szittya 8 (1), Veh 11, Wittmann 5.
Für Würzburg waren Kleinhenz mit 23 und Fowler-Michel mit 17 Punkten am erfolgreichsten.